Oberhalb von Weingartsgasse, auf halben Weg nach Happerschoß, steht ein eisernes Kreuz. Dieses Kreuz ist Teil einer sehr weit zurückreichenden Tradition, gegründet von einem Hennefer Ehepaar.

Anlässlich der goldenen Hochzeit von Herrn Ludwig Willmeroth und seiner Ehefrau Barbara, geborene Walterscheid, am 11. Mai 1934 fertigte Herr Willmeroth zwei Kreuze aus stabilem U-Profileisen an.
Eines dieser Kreuze errichtete er am damaligen Wohnort des Ehepaares. Dieses Kreuz steht bis heute auf dem Molzberg bei Betzdorf.
Das zweite Kreuz wurde per Bahn in den Geburtsort der beiden Eheleute nach Hennef transportiert. Vom Bahnhof aus brachte man es anschließend mit einem Pferdefuhrwerk zu seinem heutigen Standort „Auf der Hurt“ oberhalb von Hennef Weingartsgasse. Dort wurde es in gemeinschaftlicher Arbeit von Heinrich Engelbertz und Heinrich Ludwig Willmeroth zusammengesetzt und in einen massiven Betonsockel eingelassen.
Der Korpus des Kreuzes wurde von der Hennefer Gießerei Jacobi gegossen und gestiftet.

Nach der Errichtung wurde das Kreuz von 2 Generationen der Familie Willmeroth betreut, instandgehalten und am Karfreitag mit einem aus frischem Tannengrün gebundenen und mit Papierrosen verzierten Kranz geschmückt.
Das 1935 geborene Familienmitglied der zweiten Generation, das, wie sein Großvater, Ludwig Willmeroth heißt, kann aus Altersgründen die Betreuung und das Schmücken des Kreuzes am Karfreitag selbst nicht mehr durchführen und leider auch nicht an die nächste Generation weitergeben; denn seine Kinder und Kindeskinder wohnen nicht mehr in der Region und können daher diese Aufgabe nicht fortführen.
Auf Wunsch von Herrn Willmeroth hat der Bürgerverein Weingartsgasse ab Januar 2026 die Betreuung des Kreuzes übernommen, aber das Schmücken des Kreuzes am Karfreitag war eine spezielle Familientradition und wird deshalb in Zukunft nicht mehr stattfinden.
In den vergangenen Jahren – genauer seit 1996 – hat sich eine weitere Tradition entwickelt. Anlässlich des Hofgartenfestes 1996 in Weingartsgasse gründeten der Vorsitzende des Heimatvereins Happerschoß, Reiner Kolf, und der Vorsitzende des Bürgervereins Weingartsgasse, Heinz Weber, das Grenzgängertreffen. Mit Ausnahme der Zeit der Corona-Pandemie fand dieses Treffen seitdem jährlich unterhalb des Eisenkreuzes statt.
So entwickelte sich der Platz am Kreuz zu einem Ort der Begegnung, an dem sich die Einwohner der beiden Orte jährlich bei Reibekuchen und kühlen Getränken zu einem geselligen Miteinander treffen. Im vergangenen Jahr wurden erstmals auch die Einwohner von Allner offiziell zu dieser geselligen Zusammenkunft eingeladen. Selbstverständlich waren schon immer alle willkommen, die Freude an Gemeinschaft und Geselligkeit hatten.
Auf diese Weise ist aus einem Kreuz, das einst aus Dankbarkeit für ein erfülltes Eheleben errichtet wurde, ein Ort entstanden, an dem man sich gerne trifft und gemeinsam feiert.
